Existenzgründerinnen
Bei Existenzgründungen durch Frauen steht - im Gegensatz zu männlichen Gründern - überwiegend das Streben nach Unabhängigkeit an vorderster Stelle der Gründungsmotive, gefolgt von beruflicher Selbstverwirklichung und dem höheren Einkommen.
Der Anteil an Gründerinnen in Deutschland ist seit den 1970er Jahren enorm gewachsen. Gemäß der aktuellen Daten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie stellen Frauen heute rund 986 000 der über 3,5 Millionen Selbständigen in Deutschland dar. Das entspricht etwa 27 Prozent. 1999 wurde in den alten Bundesländern knapp jede vierte geförderte Existenzgründung von einer Frau durchgeführt. In den neuen Bundesländern fast jede dritte.
Von Frauen geführte Unternehmen müssen sich gleichrangig am Markt behaupten und sich positionieren wie die von Männern.
Dennoch bestehen oftmals Vorbehalte gegenüber Unternehmerinnen, da nach Expertenmeinungen Frauen oftmals nicht darin geübt seien, sich "richtig zu verkaufen". Das kann sich z. B. bei Kreditverhandlungen negativ auswirken.
Tipp: Bereiten Sie sich auf das Bankgespräch besonders gründlich vor. Treten Sie selbstbewusst auf und stellen Sie Ihr erarbeitetes Unternehmenskonzept selbst dar.
Auch anfängliche Akzeptanzprobleme bei Auftraggebern, Kunden und auch gegenüber den eigenen Mitarbeitern können Ihnen begegnen. Sie müssen familiäre Aspekte in Ihrer Gründungsplanung mit berücksichtigen - oft im Gegensatz zu männlichen Existenzgründern, die in den meisten Fällen auf die Unterstützung Ihre Partnerinnen zählen können.
Fazit: Frauen müssen wesentlich größere Anstrengungen vollbringen, um sich am Markt durchzusetzen, als Ihre männlichen Mitstreiter. Dennoch sind trotz aller Schwierigkeiten Frauen als Unternehmer oftmals erfolgreicher als Ihre männlichen Mitstreiter.
Häufig beschrieben und publiziert - Förderprogramme für Frauen - stellen sich in der Realität als nicht vorhanden dar. Für Existenzgründerinnen und Existenzgründer gelten die gleichen Rahmenbedingungen und Förderinstrumente. In einzelnen Regionen kann es aber frauenspezifische Proektförderungen geben.