Wie finden Sie die richtige Geschäftsidee?
Eine gute Geschäftsidee ist die Basis für Ihren unternehmerischen Erfolg! Doch das Konzept für den Einstieg in die Selbstständigkeit muss längst nicht immer völlig neu sein. Neue Geschäftsideen sind bei deutschen Existenzgründern ohnehin eher die Ausnahme: Nur jeder 20. Jungunternehmer in Deutschland macht sich mit einer ganz neuen Idee selbstständig.
Es gibt keine ideale Geschäftsidee. Schließlich hat jeder Mensch unterschiedliche Fähigkeiten und besitzt verschiedenartige Voraussetzungen. Fachliche Spezialkenntnisse, verkäuferische Talente, eigene Risikobereitschaft und Kreativität sind wichtige Entscheidungskriterien für den Start in die Selbständigkeit. Die Geschäftsidee sollte zu Ihren fachlichen und persönlichen Qualifikationen passen und nicht allein danach ausgesucht werden, ob sie gewinnbringend ist oder nicht.
Ganz gleich, wie Sie zu Ihrer Idee finden, ob Sie z. B. in der "Geschäftsidee" ein für Sie passendes Unternehmenskonzept entdecken, sich in der KfW Unternehmensnachfolgebörse nexxt-change.org für ein Unternehmen zur Übernahme interessieren oder in ein "Franchise-System" einsteigen - Sie müssen Ihr ganz persönliches Unternehmenskonzept entwickeln.
Möglichkeiten einer Existenzgründung
- Neugründung
- Übernahme eines bestehenden Betriebes
- Franchising
Die Neugründung
Eine Neugründung ist mit dem größten Risiko, aber auch mit dem breitesten Entscheidungsspielraum verbunden und eröffnet unter Umständen die enorme Chancen, insbesondere wenn man mit seinem Unternehmen wirtschaftliches Neuland betritt. Unterschiedlichste Aspekte sind von Ihnen zu berücksichtigen, und es gibt für Sie kaum Lehrzeit. Sie fangen bei Null an, müssen sich den Markt "selbst erarbeiten", um sich dann langsam zu etablieren. Dieser Zeitraum wird durch eine meist angespannte finanzielle Situation gekennzeichnet sein, da ausreichende Rückflüsse in der Anfangsphase zunächst ausbleiben werden. Arbeiten Sie in einem Segment, das bereits von anderen Wettbewerbern angeboten wird, kann es dazu führen, dass diese gerade in Ihrer Anfangsphase mit aggressiver Preisgestaltung auf Sie als neuer Wettbewerber reagieren werden. Durchhaltevermögen und ein langer finanzieller Atem sind hier gefragt.
Erkennen Sie neue Trends
Die Märkte befinden sich stets im Umbruch. Wer neue Trends, Vorlieben der Kunden oder neue gesetzliche Rahmenbedingungen frühzeitig erkennt und die sich daraus ergebenden Chancen nutzt, hat gute Erfolgsaussichten. Marktlücken gibt es immer wieder. Denn die Märkte sind in Bewegung. Neue Märkte entstehen, alte schrumpfen und verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Dabei entstehen Lücken, die clevere Gründer nutzen können.
Sie sehen, wie wichtig eine gründliche Vorbereitung, eine fundierte Beratung ist, die sich dann für Sie in einer langfristig angelegten Unternehmensstrategie, einer seriösen Finanzierungsplanung und einem überzeugenden Erscheinungsbild am Markt auszahlen kann. Empfehlenswert ist es, sich in Ergänzung zur Beratung, auch durch weitere Quellen zu informieren. Als Beispiel sei hier "Die Geschäftsidee" genannt, die neue, viel versprechende Gründungskonzepte vorstellt und das Marktpotential, Risiko und den Finanzbedarf detailliert untersucht.
Die Unternehmensnachfolge
Um eine selbständige Existenz zu gründen, muss nicht immer ein völlig neues Unternehmen errichtet werden. Auch durch den Erwerb eines bestehenden Unternehmens oder einer tätigen Beteiligung können Sie sich selbständig machen.
Die Unternehmensnachfolge wird oftmals auch als "Existenzgründung light" angesehen, da man davon ausgeht, ein Unternehmen zu kaufen, welches am Markt gut eingeführt ist und dessen Personal hoch motiviert und qualifiziert ist. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass eine Unternehmensnachfolge oft schwieriger ist als eine Neugründung. Ursachen dafür sind, gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen, in der Prägung durch den bisherigen Besitzer zu finden. Scheidet der Unternehmer aus, brechen oftmals Kunden weg, vorhandene Kontakt des Seniors können nicht mehr genutzt werden. Mitarbeiter können das Unternehmen verlassen, damit geht das Know-how und Kundenkontakte verloren und müssen mühsam neu aufgebaut werden. Ein weiteres Problem besteht in der Festsetzung des Übernahmepreises: So werden oft überzogene Preise für den Kundenstamm und den Unternehmensnamen verlangt, denen kein ausreichender Nutzen gegenüber steht. Darüber hinaus sind vielfach nach der Übernahme neue gesetzliche Bestimmungen zu beachten, die zusätzlich Geld binden, das nicht für Forschung und Entwicklung oder für andere Investitionen zur Verfügung steht.
Möchten Sie sich für diese Variante der Selbständigkeit interessieren, dann könne Sie auf die Unternehmensnachfolgebörse "nexxt-change.org" aber auch auf die Existenzgründerbörse der IHK zurückgreifen, die es Ihnen ermöglicht, als potentieller Unternehmensnachfolger oder Teilhaber zu inserieren oder nach zum Kauf stehenden Unternehmen zu suchen.
Möchten Sie dieses Thema vertiefen, sollten Sie sich mit folgenden Kriterien beschäftigen:
Als Existenzgründung ohne den gefürchteten Sprung ins kalte Wasser kann die Form der Unternehmensgründung des weit verbreiteten Vertriebssystems "Franchising" gesehen werden. Streng genommen handelt es sich beim Franchising auch um eine Übernahme eines Unternehmens, nur mit dem Unterschied, dass hier nicht das Unternehmen mit seinem Anlagevermögen und den Mitarbeitern übernommen wird, sondern lediglich die Idee bzw. das Konzept des Franchise-Gebers, das in Lizenz vertrieben wird. Namen wie McPaper, Der Teeladen, Ihr Platz, PC Spezialist etc. sind bekannt und dürften nach derzeitigen Beobachtungen für den Erfolg dieser Absatzmethode stehen.
Franchising heißt - eine enge geschäftliche Kooperation beim Vertrieb von Waren oder Dienstleistungen, die auf freiwilliger Basis beruht. Franchise-Geber (FG) und Franchise-Nehmer (FN) regeln vertraglich die Zusammenarbeit rechtlich und wirtschaftlich. Sowohl der FG (Vermieter des Konzeptes) als auch der FN (Mieter des Konzeptes) bleiben dabei selbständig. Der FN nutzt das gesamte Know-how des FG und profitieren vom Bekanntheitsgrad einer namhaften Marke. Der FN erhält die Vorteile einer erfolgreich praktizierten Unternehmensidee ebenso wie die professionellen Dienstleistungen einer großen Zentrale. Damit, so die Grundidee des Franchisings, werden Vorteile des Großunternehmens mit denjenigen des durch den Inhaber geführten Unternehmens verbunden.
Bevor Sie in ein Franchisesystem einsteigen und sich vertraglich binden, sollten Sie die Qualität des Konzeptes überprüfen. Hinterfragen Sie folgende Qualitätsmerkmale:
- Seit wann besteht der Franchisegeber?
- Welcher Wettbewerbsvorteil ist effektiv vorhanden?
- Besteht die Eintragung von gewerblichen Schutzrechten?
- Sind Pilotgeschäfte vorhanden?
- Welche Daten über die jeweiligen Markverhältnisse werden zur Verfügung gestellt?
- Wie ist die Stellung der Franchisenehmer im System (Beiräte, Erfahrungsaustauschgruppen)?
- Wie umfassend ist das Leistungspaket?
- Gibt es ein Handbuch zur Betriebsführung?
- Ist der Franchisegeber Mitglied des Deutschen Franchiseverbandes e.V. ?
Beratung
Die aufgeführten Punkte müssen Sie nicht allein lösen. Nutzen Sie die Ihnen zur Verfügung stehenden Beratungsmöglichkeiten.
Neben kostenpflichtigen Unternehmensberatungen, die teilweise durch öffentliche Zuschüsse unterstützt werden, können Sie unentgeltlich Beratungsgespräche in Ihrer Industrie- und Handelskammer, den Handwerkkammern und anderen privaten Gruppierungen einholen oder sich vorab durch entsprechende Fachzeitschriften informieren.
Welche Variante der Existenzgründung Sie auch wählen, Sie stehen am Anfang Ihrer Gründungsplanung. Chancen, Risiken und Probleme die eine Gründung mit sich ziehen haben wir Ihnen in Ansätzen aufgezeigt. Planen Sie diesen neuen Lebensabschnitt sorgfältig und hinterfragen Sie kritisch.
Ihre Industrie- und Handelskammer hilft Ihnen gern dabei Unklarheiten zu beseitigen, Branchenzahlen zu ermitteln, das Konzept bzw. den Finanzierungsplan zu erstellen oder auch mittels den uns zur Verfügung stehenden Daten und Statistiken einen Überblick über potentielle Kunden und Wettbewerber zu geben.
Literaturhinweise
- Existenzgründung mit der IHK
- Starthilfe vom BMWA, auch über Ihre IHK zu beziehen
- Unternehmensnachfolge - optimal gestalten, auch über Ihre IHK zu beziehen
- Die Geschäftsidee
- Gründerzeiten vom BMWA
- Zeitschriften der jeweiligen Fachverbände
- Wirtschaftszeitungen (Impulse, Focus, Handelsblatt, Gastronomie)