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Die aktuelle Lage der Tourismuswirtschaft in Westbrandenburg ist gut. Zwar buchen die Gäste sehr viel kurzfristiger, Geschäftsreisen werden verhaltener nachgefragt, aber der allgemeine Negativtrend macht sich noch nicht so stark bemerkbar. Die besten Geschäftserwartungen haben dabei die Hoteliers, die schlechtesten die Reisebüros. Das ergab die aktuelle Branchenumfrage der IHK Potsdam.
Entwicklung der Geschäftslage
Die Bilanz der gastgewerblichen Unternehmen im Land Brandenburg für die Wintersaison ist vor dem Hintergrund der angeschlagenen Wirtschaft insgesamt gesehen deutlich besser ausgefallen, als der allgemeine Trend es erwarten lässt. Rund 28 Prozent der Befragten schätzten die Lage als gut ein, etwa ein Drittel der Befragten müssen schlechtere Ergebnisse hinnehmen.
Die Beherbergungsbetriebe, darunter die Hotellerie, konnten dabei die besten Ergebnisse verbuchen. Rund 30 Prozent der Befragten bewerteten die Wintersaison als gut, zufrieden waren 46 Prozent. Die durchschnittliche Zimmerauslastung ist mit 39,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent gesunken.
Das Ausgabeverhalten der Gäste ist im Vergleich zum Vorjahr trotz gestiegener Energiepreise und starker Steuerbelastungen konstant geblieben. Positiv machten sich die sonnigen Osterfeiertage und die darauffolgenden sommerlichen Wochenenden bemerkbar, die viele Ausflügler und Kurzzeiturlauber nach Brandenburg brachten. Insgesamt blieb die Ertragssituation der Betriebe dennoch schwach: Nur 11 Prozent der befragten Unternehmen konnten ihren Gewinn steigern, 30 Prozent konnten gleichbleibende Gewinne verbuchen.
Verhaltene Erwartungen an den Sommer
Die Erwartungen an die Sommersaison fallen zurückhaltend aus. Rund 19 Prozent erwarten eine bessere Geschäftsentwicklung, 49 Prozent rechnen mit einer stabilen Geschäftslage in der nächsten Saison. Damit ist die Mehrheit der Unternehmen optimistisch, wenngleich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auch hier spürbar werden.
Arbeitsmarkt überwiegend stabil - leichte Rückgänge erwartet
Die Mitarbeiterzahl in den Betrieben soll überwiegend stabil bleiben: 8,4 Prozent der befragten Unternehmen planen Neueinstellungen, 71 Prozent rechnen mit einer konstanten Beschäftigtenanzahl. Rund 20 Prozent der befragten Unternehmen beabsichtigen, ihren Personalbestand zu reduzieren.
Es wird weiter investiert
Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen bleibt mit über 42 Prozent in der Krisenzeit vergleichsweise hoch. Hauptfelder für Investitionen sind nach wie vor Modernisierungsmaßnahmen. Dabei sollen die Preise weitgehend stabil bleiben. Rund 86 Prozent der befragten Unternehmer will die Preise beibehalten. Nur fünf Prozent der Betriebe haben vor, in der nächsten Saison die Preise zu erhöhen.
Fit für Touristen aus dem Ausland?
Die Chancen, einen Zuwachs an Brandenburg-Urlaubern zu erzielen, liegen insbesondere darin, Touristen aus dem Ausland zu gewinnen. Mit einem Anteil von 7,6 Prozent am Übernachtungsvolumen 2008 ist Brandenburg noch steigerungsfähig. Fast 20 Prozent der befragten Unternehmer erwarten in diesem Segment einen Zuwachs, immerhin rund 59 Prozent schätzen die Entwicklung als gleichbleibend ein. Ein zwei- oder mehrsprachiger Eintrag im hauseigenen Prospekt oder Flyer wurde von 39 Prozent der befragten Unternehmer als eine Maßnahme angegeben, sich auf ausländische Gäste einzustellen. Zumindest in englischer Sprache werden von vielen bereits Speisekarten bereitgehalten.
Schlechtere Aussichten für Reiseveranstalter und Reisebüros
Die Geschäftslage der Reisebüros und Reiseveranstalter hat sich im Vergleich zur Vorjahressaison deutlich verschlechtert. Insgesamt ist die Anzahl der Betriebe, die die Situation als gut einschätzen, im Vergleich zum Vorjahr um rund 12,6 Prozentpunkte gesunken. Die Zahl der gebuchten Reisen ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 77,5 Prozent der befragten Unternehmen zurück gegangen, bei nur 10 Prozent der Unternehmen ist sie gestiegen.
Der Anteil der Unternehmen, die gestiegene Reiseausgaben der Kunden vermelden konnten, hat sich im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt verschlechtert und liegt nun bei 15,5 Prozent. 61 Prozent der Unternehmen registrierten einen Rückgang der Reiseausgaben. Gespart haben im Winterhalbjahr insbesondere die Geschäftsreisenden, aber auch die Touristen gaben nicht mehr so viel aus wie ein Jahr zuvor.
Besonders die Zahl der gebuchten Auslandsreisen ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gesunken.
Die Ertragslage hat sich damit deutlich verschärft. Rund 71 Prozent der befragten Unternehmen mussten Einbußen hinnehmen. Nur 4,4 Prozent meldete gestiegene Gewinne. Im Vorjahr waren es noch rund 22 Prozent.
Von der nächsten Saison erwartet die Branche aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation weiterhin schlechtere Geschäfte. Nur 4,4 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einer besseren Geschäftslage, 31 Prozent mit einer stabilen Entwicklung. Die Preise werden bei 69 Prozent der Reisebüros und
-veranstalter in der nächsten Saison gleich bleiben, rund 18 Prozent werden die Preise senken.
Dennoch wollen 11 Prozent der befragten Unternehmen Investitionen tätigen. Die Mehrheit (53 Prozent) wird aber darauf verzichten. Die Beschäftigungssituation wird sich voraussichtlich verschlechtern: Rund 23 Prozent der befragten Betriebe planen Angestellte zu entlassen. Kein Unternehmen sieht sich in der Lage, Neuanstellungen vorzunehmen.
An der aktuellen Saisonumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam beteiligten sich im April 2009 insgesamt 230 touristische Leistungsträger. Nachgefragt wurden die konjunkturelle Lage und die Erwartungen im IHK-Bezirk Potsdam. Differenziert wurde dabei nach Unternehmen des Gastgewerbes (Hotellerie und Gastronomie) sowie des Reisegewerbes (Reisebüros, Reisevermittler).
Anlage: Detaillierte Auswertung
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© Industrie- und Handelskammer Potsdam
Für die Richtigkeit der in dieser Website enthaltenden Angaben können wir trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr übernehmen.
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