FORUM Das Brandenburger Wirtschaftsmagazin Ausgabe 05/2012 FORUM-Archiv FORUM Mediadaten FORUM-Verlag und Redaktion mehr
IHK24
Geschäftslage leicht getrübt – nur Sommerhoch kann die Stimmung aufhellen
Umfrage zur konjunkturellen Entwicklung des Tourismus im IHK-Bezirk Potsdam im Frühjahr 2008, zur Geschäftslage nach der Wintersaison 2007/08 und zu den Erwartungen an die Sommersaison 2008
„Die gute Stimmung aus dem Vorjahr hat sich leider nicht fortgesetzt, da sich die Geschäftslage und die Erwartungen für 2008 im Tourismusgewerbe verschlechtert haben.” Das sagte René Kohl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, in Auswertung der aktuellen Saisonumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam. An der Erhebung beteiligten sich im April 2008 insgesamt 230 touristische Leistungsträger aus Westbrandenburg. Nachgefragt wurden die konjunkturelle Lage und die wirtschaftlichen Erwartungen im IHK-Bezirk Potsdam. Die Ergebnisse der Saisonumfrage spiegeln das in weiten Teilen schlechte Wetter aus dem vergangenen Winter und aus den ersten Frühjahrswochen wider. „Das hat sich negativ auf die Reise- und Unternehmungslust der Bürgerinnen und Bürger sowie der Besucher ausgewirkt. Auch Ostern war 2008 sehr früh und das zu kühle und trübe Wetter machte die Feiertage nicht zum Umsatzbringer. Dadurch blieben auch die kurzfristigen Buchungen aus”, so René Kohl. Größte Hoffnungen setzt die Branche nun in die Sommersaison.
Die Bilanz der Tourismusbranche im Land Brandenburg für die Wintersaison 2007/2008 ist deutlich schlechter ausgefallen als im Vorjahr - jedoch besser als die Jahre davor. Rund 26 Prozent der Befragten schätzten die Lage als gut ein, das sind 14 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Beherbergungsbetriebe, darunter die Hotellerie, verbuchten diesmal die besten Ergebnisse. Rund 28 Prozent der Befragten bewerteten die Wintersaison als gut, zufrieden waren 48 Prozent der Befragten. Die durchschnittliche Zimmerauslastung ist mit 40,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (Frühjahr 2007: 42,6 Prozent).
Die Unternehmen sind auch von der Kaufkraft und Konsumlust ihrer Kunden abhängig. Nur 13 Prozent der Befragten verzeichneten gestiegene Ausgaben ihrer Kunden, im Vorjahr waren es noch 37,7 Prozent. Rund 44 Prozent der Unternehmen schätzen die Ausgaben der Kunden als unverändert ein. Die Zahl der Unternehmen, die sinkende Ausgaben zu feststellten, ist im Vergleich zum Vorjahr von 21,8 Prozent auf 42,8 Prozent deutlich gestiegen. Zudem zügeln die Energiepreisdiskussion, das Auf- und Ab der Benzinpreise an den Zapfsäulen sowie die gestiegenen Lebensmittelpreise die Ausgaben in Restaurants und Cafés. Die Ertragssituation der Betriebe hat sich verschlechtert. Nur 13 Prozent der befragten Unternehmen haben ihren Gewinn gesteigert, das sind ca. 15 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Unternehmen, deren Gewinne abnahmen, hat sich dagegen um 21 Prozentpunkte deutlich erhöht.
Tourismus nicht vom ÖPNV abkoppeln
Die Erreichbarkeit mit Öffentlichen Nahverkehrsmitteln gerade des ländlichen Raumes bleibt ein Dauerthema. Deshalb hat die IHK Potsdam zusätzlich bei den Unternehmen gefragt: Wie schätzen Sie die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV Ihrer touristischen Destination ein?
Das Ergebnis: Unter den Befragten sind 60 Prozent mit der gegenwärtigen Situation nicht zufrieden. Gerade im ländlichen Raum sind Verbindungen der Regionalbahnen gekürzt und Busverbindungen ausgedünnt worden. Dort, so das Echo der Betriebe, sei es schwierig, Gäste, die nicht mit dem eigenen Pkw anreisen, für sich zu gewinnen. Für die Unternehmen im Beherbergungsgewerbe sind die Defizite der fehlenden Bahnanbindung mit 56 Prozent am höchsten. Von den Unternehmern des Gastgewerbes insgesamt finden rund 41 Prozent der Befragten die Situation problematisch. Die Defizite bei Bus und Taxi werden zu 35 Prozent, die Straßenanbindung mit rund 14 Prozent als defizitär eingeschätzt. Hier legt die IHK Potsdam Wert darauf, dass trotz der der demographischen Entwicklung der Verkehr nicht zu sehr vom Tourismus abgekoppelt wird. Insbesondere Fahrradtouristen, deren Anzahl bei gut ausgebauten Strecken nachweislich wächst, sind auf ein verlässliches Bahnangebot mit genügend Stellplätzen für die Fahrräder angewiesen.
DOKUMENT-NR. 15833
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