Baumaschinendiebstahl - Prävention (Veranstaltung)
1.800 Delikte in einem Jahr – Präventionslösungen auf Fachtagung
vorgestellt
Potsdam - Im Jahr 2008 wurden bei der Brandenburger Polizei 1.797 Straftaten auf
Baustellen angezeigt. Dabei handelte es sich in der Regel um Diebstähle von
Baumaschinen, Fahrzeugen oder Baumaterialien. „Der wirtschaftliche Schaden tut
vielen betroffenen Unternehmen richtig weh. In einigen Fällen geht das bis hin
zur Gefährdung der Existenz und damit von Arbeits- und Ausbildungsplätzen“,
sagte der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und
Handelskammern des Landes Brandenburg, Potsdams IHK-Präsident Dr.-Ing. Victor
Stimming, zu Beginn einer heutigen Fachtagung in der Landeshauptstadt. Auf der
gemeinsam mit dem Innenministerium organisierten Veranstaltung informieren sich
Interessenten aus Wirtschaft, Versicherungen, Branchenverbänden und
Strafverfolgungsbehörden über wirksame Präventionslösungen gegen den „Klau am
Bau“.
Der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Potsdam, Rainer Kann, erläuterte vor
den über 100 Tagungsteilnehmern die Bedeutung wirksamer Vorbeugungsmaßnahmen
gegen Baustellendiebstähle. „Sensible Eigenvorsorge ist auch deshalb besonders
wichtig, weil der Polizei in diesem Bereich oft wichtige Ermittlungsansätze
fehlen, was die Aufklärungschance schmälert“, sagte Kann. So gibt es zumeist
keine fundierten Zeugenaussagen und konkrete Eingrenzungen von Tatzeiten. Wenn
der Diebstahl erst nach Tagen bekannt wird, wirke sich das naturgemäß auch auf
die Sicherung von Spuren aus. „Wir brauchen deshalb noch mehr Sensibilität bei
den Baufirmen und ihren
Mitarbeitern, damit die Täter erst gar nicht zum Zuge
kommen.“
Auf der Tagung werden dazu unter anderem gemeinsam von Polizei und IHK
erarbeitete Checklisten vorgestellt, die Unternehmen bei der Eigenvorsorge
helfen sollen. Sie berühren beispielsweise konkrete Prüfpunkte zur Sicherheit
von Gelände und Gebäuden, zur Sicherung einzelner abgestellter Baumaschinen aber
auch zum richtigen Verhalten nach einem Diebstahl. In einer solchen Situation
kann auch ein vorhandener Maschinenpass für Ermittlungen und Auffinden des
Diebesgutes hilfreich sein. Zu den heutigen Anregungen gehören daneben die
Vorstellung eines Pilotprojektes der Landespolizei mit der Firma EADS zur
„Satellitengestützten Prävention“ und Praxiserfahrungen des
Sicherheitsmanagements beim Bau des Großflughafens BBI.
Die Straftaten auf Baustellen sind trotz eines in den vergangenen Jahren
rückläufigen Trends weiterhin ein spürbarer Negativ-Faktor für die
Bau-Unternehmen. Im Jahr 2003 hatte die Polizei noch 2.807 dieser Straftaten
registriert, im Jahr 2007 waren es 2.442 Fälle. Für das Jahr 2009 liegt die
abschließende Statistik noch nicht vor, gegenüber den 1.797 Delikten im Jahr
zuvor zeichnet sich erneut ein leichter ein Rückgang ab. Für Stimming und Kann
ist dies jedoch „kein Signal zur Entwarnung“, sondern muss im Hinblick auf die
wirtschaftlichen Folgeschäden „Anlass für eine noch wirksamere Zusammenarbeit
mit der Polizei sein“. Lösungen und Konzepte für die Prävention finden alle
Beteiligten in einer Broschüre, die das Innenministerium sowie die Industrie-
und Handelskammern zur heutigen Fachtagung gemeinsam vorlegen.
