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INNOVATION UND UMWELT

E-Government


Behördengänge schnell virtuell erledigen

Unternehmen profitieren von einer effizienteren Zusammenarbeit mit den Behörden; die schnellere, unkomplizierte Bearbeitung von Anträgen und Genehmigungen wird im verschärften internationalen Wettbewerb zunehmend ertrags- und damit wettbewerbsrelevant. Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Institute of Electronic Business (IEB) und der DE-CODA GmbH zeigt jedoch, dass viele Unternehmen die bestehenden Angebote auf Bundesebene aber auch auf Landes- und Kommunalebene kaum nutzen. Das liegt insbesondere daran, dass viele, vorwiegend branchenspezifische Anwendungen (zum Beispiel ein Tourismus-Portal des Bundes oder elektronische Nachweisverfahren in der Abfallwirtschaft) zum Teil bereits existieren, aber nicht bekannt sind und daher nicht genutzt werden. Zwar mangelt es häufig auch an der Relevanz für die Unternehmen, dennoch weist das Ergebnis insgesamt nach, dass in erster Linie Informationen über die Anwendungen fehlen.

Gegenwärtig dominiert bei den E-Government-Anwendungen die einseitige Bereitstellung von Informationen. Von den Unternehmen werden hier insbesondere Onlineauskünfte aus dem Handelsregister oder im Personalbereich auch aus dem Melderegister als hilfreich angesehen. Weitergehende Angebote, wie komplexe Interaktionen und medienbruchfreie Transaktionen, das heißt die Digitalisierung der gesamten Prozesskette (beispielsweise das Laden, Ausfüllen und die elektronische Rücksendung von Formularen), sind noch nicht umfassend verwirklicht bzw. stehen noch ganz aus.

Aus Sicht der Wirtschaft gibt es neben dem allgemeinen Wunsch nach besseren Informationen über die Government-to-Business (G2B) -Anwendungen eine zentrale Forderung: Es ist eine höhere Transparenz der Angebote notwendig. Ob auf Bundes-, Landes- oder Lokalebene die Angebote sind von höchst unterschiedlicher Qualität, und ein abgestimmtes planmäßiges Vorgehen ist nicht ersichtlich. Je unübersichtlicher sich aber die Anwendungen präsentieren, desto weniger ist ihr Mehrwert für die Unternehmen ersichtlich. Internetanwendungen sollen Verwaltungshandeln für die Unternehmen erleichtern, nicht erschweren.

Betätigungsfelder für die IHK-Organisation ergeben sich aus ihrer Funktion als Mittler zwischen Staat und Unternehmen sowie als eigener Anbieter von G2B-Anwendungen. Die IHK-Organisation wird ein Forum schaffen, auf dem Politik, Verwaltung und Wirtschaft ihre jeweiligen Bedürfnisse artikulieren und aufeinander abstimmen können. Denn die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass am Beginn einer systematischen Herangehensweise weniger schnelle Pilotprojekte, sondern eine Analyse der tatsächlichen Kundenanforderungen und das Berücksichtigen schon gemachter Erfahrungen (beispielsweise der Media@Komm-Gemeinden) stehen müssen. Hier ist ein konzertiertes Vorgehen von Verwaltung, Politik und Wirtschaft erforderlich.

Bestehende E-Government-Initiativen müssen weiter vorangetrieben und die im Vergleich zu anderen Industriestaaten unterdurchschnittlichen Investitionen aufgestockt werden. Denn für Unternehmen wird neben der öffentlichen Infrastruktur und den steuerrechtlichen Rahmenbedingungen in Zukunft auch die schnelle, unkomplizierte Abwicklung von Baugenehmigungen, Wirtschaftsförderanträgen und behördlichen Erlaubnissen (Gaststättenerlaubnis, Taxilizenz) einen Stellenwert im Standortwett- bewerb einnehmen. Regierung und Unternehmen sollten die Chance, diese neue Entwicklung effizient zu nutzen, nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Ihr Ansprechpartner:
Marco Albrecht, Tel. 0331 2786-287

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Die Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs Brandenburg hat einen Forderungskatalog E-Government vorgelegt. mehr

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